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Metabolisches Syndrom ©

Natürliche Fettsenkung beim metabolischen Syndrom


Was ist ein
Metabolisches Syndrom? 

Das gleichzeitige Vorhandensein verschiedener Risikofaktoren, die für Arteriosklerose prädisponieren, versteht man als metabolisches Syndrom. Nach der Definition der IDF (International Diabetes Federation) müssen neben Übergewicht (Taillenumfang bei Frauen > 80, bei Männern > 94 cm) noch zwei der folgenden drei Risikofaktoren vorliegen: Hypertonie (> 130/85 mmHg), Fettstoffwechselstörung (Triglyceride > 150 mg/dl und HDL < 40 bei Männern und < 50 mg/dl bei Frauen), Diabetes (Nüchtern-BZ > 110 mg/dl).

Für einen großen Teil der ernährungsbedingten Kosten in Höhe von ca.70.000.000.000 € (Milliarden!) pro Jahr muss ein metabolisches Syndrom und dessen Folgekrankheiten verantwortlich gemacht werden. Die konventionelle ist meist eine rein symptomatische Therapie: Der erhöhte Blutdruck wird mit Antihypertensiva, der Diabetes mellitus mit Antidiabetika (von denen z.B. Sulfonylharnstoffe und Insulin die Insulinresistenz sogar noch verstärken), das Übergewicht mit Diäten (die das Übergewicht langfristig eher erhöhen) oder Medikamten (z.B. Orlistat®, Reduktil® oder Acomplia®, die teilweise erhebliche Nebenwirkungen aufweisen und auch nur solange wirken, wie sie verabreicht werden – danach steigt das Gewicht rasch wieder an) und Lipidsenkern behandelt (die teuer und auch nicht nebenwirkungsfrei sind). 

Gewichtsreduktion – das A & O beim metabolischen Syndrom

Die wichtigste Maßnahme beim metabolischen Syndrom ist die Gewichtsreduktion. Ein ganz hervorragendes Verfahren, um rasch Erfolge zu erzielen und alle anderen Aspekte des metabolischen Syndroms auch günstig zu beeinflussen, ist das Heilfasten nach Buchinger. Aber auch mit anderen Maßnahmen lässt sich das Übergewicht günstig beeinflussen. Aus Platzgründen sei an dieser Stelle auf die hierzu existierenden Internetseiten verwiesen.
Abnehmen, Fasten, Heilfasten (Teil 1), Heilfasten nach Buchinger (Teil 2), (Teil 3)

Metabolisches-Syndrom - Fettsenker aus der Schachtel,
sehr bequem - aber mit vielen Nebenwirkungen

Statine

Wirkweise: Statine hemmen das Enzym Hydroxy-Methyl-Glutaryl-CoenzymA-Reduktase, welches für die körpereigene Cholesterinsynthese wichtig ist, sie haben die stärkste Cholesterin senkende Wirkung aller Medikamente, Senkungen bis 40 % sind möglich

Gegenanzeigen: Lebererkrankungen, Cholestase, Muskelerkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit, gleichzeitige Einnahme von Erythromycin, Ciclosporin, Fibraten (nur ausnahmsweise), Nikotinsäure unter besonderer Beobachtung

Nebenwirkungen: Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe, Anstieg der Leberwerte, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Hautveränderungen

Vorteile: Einfache Einnahme einmal täglich abends, sichere Cholesterinsenkung, bei Risikopatienten Nachweis einer Verlängerung der Lebenserwartung

Nachteile: Vereinzelte Todesfälle durch Muskelzerstörung, erhöhtes Risiko von Nebenwirkungen für Leber und Muskeln bei Kombination mit anderen Fettsenkern, Q10-Abfall, dieses für den Energiestoffwechsel wichtige Coenzym hat denselben Syntheseweg wie Cholesterin, diese Nebenwirkung steht nicht im Beipackzettel!

Präparatebeispiele: Cranoc®, Denan®, Liprevil®, Mevinacor®, Sortis®, Zocor®

Metabolisches-Syndrom
Bewegung senkt LDL und hebt HDL
 

„No sports!“ antwortete Winston Churchill auf die Frage, warum er denn so alt geworden sei. Dieses „Argument“ aller Bewegungsmuffel wollen wir uns doch einmal genauer anschauen. Nur wenige wissen, dass dieses Zitat eine der am größten Falschübersetzungen überhaupt darstellt. Haben Sie auch geglaubt „No sports!“ hieße „Kein Sport!“? Dann irren Sie sich gewaltig. Die richtige Übersetzung lautet vielmehr: „Kein Wettkampfsport!“ Dagegen wetterte der alte Churchill – gegen moderat betriebene Ausdauerbelastungen hatte er überhaupt nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil. 

Metabolisches-Syndrom
Das beste Medikament der Welt!

Welches Medikament vereinigt die folgenden Wirkungen auf sich:

Signifikante Senkung

Gesamtcholesterin
LDL-Cholesterin
Triglyceride
Blutzucker
Blutdruck
Herzfrequenz
Körpergewicht 
Krebsrisiko

Signifikanter Anstieg

HDL-Cholesterin
Körperliche Leistungsfähigkeit
Seelische Stimmung
Sexualleben
Stressbelastbarkeit
Entspannung
Lebensqualität
Knochendichte

Summe: Reduktion der Sterblichkeit in allen Altersgruppen um etwa ein Drittel!

Dieses Medikament ist nicht nur ein phantastischer Gesamtcholesterin- und LDL-Senker, es bewirkt auch etwas, was andere Maßnahmen kaum können. Es führt (nach einigen Monaten) zu einer ausgeprägten HDL-Steigerung. Ich kann meinen Patienten oft schon anhand ihres Laborzettels vorlesen, wie viel sie von diesem Medikament in der letzten Zeit eingenommen haben. Dieses Medikament sollte jeder gesunde Mensch einnehmen – der Patient mit erhöhten Fettwerten sowieso. Patienten mit einem niedrigen HDL müssen es nehmen!  

  

Metabolisches-Syndrom
Dosieren wie ein Medikament – nicht zuwenig, nicht zuviel

Wie viel Bewegung ist die richtige? Die Zeiten eines Turnvaters Jahn, in denen man nur dann Sport getrieben hatte, wenn man völlig durchgeschwitzt und auf dem Zahnfleisch nach Hause gekrochen ist, sind heute endgültig vorbei. Richtig Sport hat man dann getrieben, wenn man sich nach der körperlichen Belastung zwar etwas angestrengt fühlt, aber dasselbe Pensum noch einmal absolvieren könnte, wenn es sein müsste. Gerade wenn man Fette reduzieren will, sollte man eher zuwenig als zuviel tun – zumindest was die Intensität angeht. 

Hier sind die drei wichtigsten Kriterien für die „richtige“ Ausdauerbewegung zur Verbrennung der Fette: 

Ø      Häufigkeit: Ausdauerbewegungen sollte man regelmäßig durchführen. 1x im Monat wäre zwar auch regelmäßig, aber viel zu wenig. Zwei- bis dreimal pro Woche wäre schon eine gute Trainingsfrequenz. Täglich (z.B. wenn sie Walking betreiben) wäre noch besser.

Ø      Dauer: Ausdauerbelastungen mit Fettverbrennung beginnen erst nach 20 Minuten. Tennis, Fußball oder Squash mögen zwar schöne Sportarten sein, zählen aber nicht zu den Ausdauersportarten und tragen daher auch nicht zur Verbesserung der Fettwerte bei.

Ø      Intensität: Dies ist vielleicht das wichtigste Kriterium und dasjenige, bei dem die meisten Fehler begangen werden. Die Belastungsintensität sollte moderat sein, das heißt nicht zuwenig, aber vor allem auch nicht zuviel. 50-65 % der maximalen Leistungsfähigkeit sind für die meisten Menschen die richtige Intensität. 

Metabolisches-Syndrom
Wie kann ich die richtige Intensität bestimmen?

Eine sehr gute Methode zur Beurteilung der Trainingsleistung ist das Belastungs-EKG (optimal wären die Spiroergometrie oder die stufenweise Belastung mit Milchsäuremessung – beides wird in sportmedizinischen Zentren durchgeführt). Der Arzt führt das Belastungs-EKG (meist am Fahrradergometer oder Laufband) durch, um Sauerstoffmangel im Herzen bei verengten Herzkranzgefäßen, Herzrhythmusstörungen oder den Bluthochdruck bei hohen Belastungen zu erkennen. Die Möglichkeit, mit dem Belastungs-EKG das Ausdauertraining zu steuern, bleibt leider meist ungenutzt. 

Man sollte von der maximalen Leistung die Hälfte bis zwei Drittel nehmen. Die dabei auftretenden Frequenzen sind die richtigen Trainingsfrequenzen. Wichtig ist dabei, dass bei der Höchstleistung keine Auffälligkeiten auftraten (z.B. hochgradige Herzrhythmusstörungen, Herzschmerzen oder EKG-Veränderungen, die auf einen Sauerstoffmangel hindeuten). Dann wird als tolerable Leistung die Höchstleistung gewählt, bei der dies noch nicht der Fall war.

Beispiel: 

Der Patient leistet im Belastungs-EKG maximal 200 Watt. Dabei treten keine Hinweise auf Sauerstoffmangel im Herzmuskel, gefährliche Herzrhythmusstörungen oder Ähnliches auf. Die Trainingsleistung liegt dann bei 100 bis 125 W. Der Puls liegt (in diesem Beispiel) bei 100 W bei 120 Schlägen pro Minute, bei 125 W bei 135 pro Minute. Der Trainingspuls sollte also zwischen 120 und 135 pro Minute liegen.

Eine andere, einfachere, aber nicht ganz so zuverlässige Möglichkeit der Trainingssteuerung ist die Trainingspulsbestimmung nach der Faustregel „180 minus Lebensalter“. Beispiel: Bei einem 60jährigen liegt der Trainingpuls etwa bei 180 – 60 = 120 Schlägen pro Minute.  

Achtung: Diese Regel zur Trainingssteuerung nach der Herzfrequenz stimmt natürlich nicht, wenn man ein Medikament einnimmt, welches die Herzfrequenz beeinflusst. Das wichtigste Medikament in diesem Zusammenhang ist der Beta-Blocker. Wer einen Beta-Blocker nimmt (z.B. wegen Bluthochdruck oder Koronarer Herzkrankheit) sollte aber ohnehin gelegentlich ein Belastungs-EKG durchführen lassen, welches dann geeignet ist, die Trainingsherzfrequenz genau zu definieren. 

Eine noch einfachere, aber fast immer richtige Regel ist der alte Trimm-dich-Spruch „Laufen, ohne zu schnaufen“. Wer sich also bei einer Ausdauerbelastung leicht angestrengt fühlt, aber noch das eine oder andere Wort mit Ihrem Trainingspartner wechseln kann, ohne völlig außer Puste zu geraten – der liegt in der Regel genau richtig. Bei manchen Herzkrankheiten kann das Herz allerdings schon überfordert sein, wenn noch gutes subjektives Wohlbefinden besteht (z.B. Kardiomyopathie, Z.n. Myokarditis).  

Leider erlebe ich immer wieder, dass Patienten - auch und gerade Herzpatienten - nur erfahren, dass sie regelmäßig, aber moderat Sport treiben sollten. Das ist eine allgemeine Platitude, mit der niemand etwas anfangen kann. Richtige Bewegungstherapie muss wie ein Rezept verordnet werden. Es sagt ja auch kein Arzt: „Ach, nehmen Sie ab und zu mal einen Beta-Blocker, welchen und in welcher Dosis kann ich Ihnen jetzt nicht so genau sagen.“ Eine konkrete Aussage wäre vielmehr: „Dreimal wöchentlich eine Ausdauerbelastung von 15 Minuten (für Anfänger), z.B. Fahrradfahren, mit einer Pulszahl von etwa 120-130 pro Minute. Jede Woche Steigerung um 1-2 Minuten, bis Sie bei 45-60 Minuten pro Trainingseinheit angelangt sind.“

Metabolisches-Syndrom
Die Psyche – haben Menschen mit hohem
Cholesterin etwa eine Macke? 

Keine Sorge: Ich will niemanden in die „Psychokiste“ stecken. Wir sollten uns aber schon ernsthaft fragen, ob es nicht auch psychische Einflüsse gibt, die den Cholesterinspiegel beeinflussen. Wir wissen heute, dass viele Krankheiten psychosomatisch sind, also einen gewissen Zusammenhang zwischen Seele und Körper aufweisen. Es gibt sogar Ärzte, die behaupten, es gäbe überhaupt keine Krankheit, die nicht auch irgendwo psychosomatisch wäre. Welchen Anteil hat aber nun die Psyche am Cholesterin? 

Ich sehe immer wieder Patienten, die sich streng vegetarisch ernähren und regelmäßig Ausdauersport betreiben, also schon Vieles richtig machen, und trotzdem hohe Cholesterinwerte haben. Wenn eine familiäre Hypercholesterinämie ausgeschlossen ist, dann bleibt eigentlich nur noch die Psyche übrig. Ich beobachte oft, dass solche Menschen wie das Kaninchen auf die Schlange starren, wenn es um ihren Cholesterinwert geht, oder sie innerlich stark angespannt sind oder sie einen unbewältigten Konflikt in sich tragen. Die Themen wären hier also Angst, Verkrampfung oder Konfliktbewältigung/-verarbeitung. All dies bedeutet Stress für den Organismus. Und Stress ist einer der wichtigsten Faktoren für Cholesterinerhöhung. 

Aus der Grundlagenforschung wissen wir, dass es bei Anstieg der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortison im Blut auch zu einem Anstieg der Fettsäuren, des Blutzuckers  und des Cholesterins kommt. Gleichzeitig regulieren die Stresshormone die LDL-Rezeptoren an den Zellwänden herunter. Die LDL-Rezeptoren fischen Cholesterin aus dem Blut und schleusen es in die Zellen ein. Stress verbessert also die Cholesterinbereitstellung und verhindert den Abbau – Folge: Exzessive Cholesterinanstiege. 

Metabolisches-Syndrom
Stress ist lebensnotwendig – im rechten Maß 

Warum hat die Natur das so eingerichtet? Die Natur tut selten etwas, ohne dass ein Sinn dahinter steckt. Stress hat sich Laufe der Evolution aus lebensnotwendig, im wörtlichen Sinne sogar als überlebensnotwendig herausgestellt. Stress bereitet uns im Leben auf Kampf oder Flucht vor (oder wie es im Neudeutschen so schön heißt: fight or flight). Dafür benötigen wir Energie, die durch die Stoffwechselvorgänge bereitgestellt wird, die von den Stresshormonen initiiert werden. Jedes Mal, wenn wir gestresst sind, weil wir einen Streit mit dem Partner hatten, der Chef uns ungerecht behandelt hat oder ein Autofahrer uns die Vorfahrt genommen hat, dann müssten wir eigentlich einen 10.000 m-Lauf machen, um den Stress und die dadurch im Blut angehäuften Mengen von Fett und Zucker wieder abzubauen. Dies geschieht allerdings nur äußerst selten. Noch schlimmer verhält es sich bei chronischem Stress, z.B. einer juristischen Auseinandersetzung, die sich über Jahre hinzieht, einen nicht enden wollenden Streit mit der buckeligen Verwandtschaft oder Konflikte am Arbeitsplatz, die sich über lange Zeit nicht lösen lassen.  

Hier schwelt etwas dauerhaft. Dabei werden laufend Stresshormone freigesetzt. In der Regel merken wir noch nicht einmal den Stress, weil wir ihm ja chronisch ausgesetzt sind und wir uns scheinbar an ihn „gewöhnt“ haben. Unser Organismus hat sich aber nicht daran gewöhnt und hält nach wie vor die Stoffe für uns bereit, die wir eigentlich für Kampf oder Flucht bräuchten. 

Einige Beispiele sollen zeigen, wie sich Stress auf den Cholesterinwert auswirkt. In einer Studie hat man Finanzbeamten einem Zeitdruck ausgesetzt (ich wusste gar nicht, dass das geht, aber die Wissenschaftler haben es irgendwie geschafft). Die Folge: Der Cholesterinwert der Finanzbeamten stieg signifikant an. 

Also sollte man doch meinen, Arbeit ist ja immer mit einer gewissen Menge von Stress verbunden und damit stets unvorteilhaft. Das Beste wäre also, überhaupt nicht zu arbeiten. Weit gefehlt! In einer anderen Studie fand man heraus, dass Arbeitlose mit einem deutlichen Anstieges ihres Cholesterins reagieren. Irgendeine Arbeit zu haben, scheint also immer noch besser zu sein, als gar nichts zu tun, weil das eben noch mehr stresst. 

Zum Schluss noch ein Tierexperiment: Man setzte Gorillas einem sozialen Stress aus. Es ging um Rangkämpfe innerhalb der Hierarchie der Gruppe. Bei den rangniedrigeren Männchen kam es zu eine deutlichen Abfall des HDL-Cholesterins, also unseren „guten“ Schutzcholesterins. 

Man kann ja über die Übertragbarkeit von Tierversuchen auf den Menschen trefflich streiten, ich glaube aber, dass „Rangkämpfe“ auch beim Menschen sehr häufig sind. Denken Sie an die Machtkämpfe in manchen Familien. Bestimmt die „böse“ Schwiegermutter, wo dieses Jahr Weihnachten gefeiert wird, hat Tante Herta uns wieder einmal ihren Willen aufgezwängt oder hat der Familienvater schon wieder einen Urlaub am Meer gebucht, weil er gerne segelt, die Ehefrau aber lieber einmal in die Berge möchte? Hat der Chef einem schon wieder einmal den unangenehmen Auftrag gegeben, während Kollege Müller sich immer die Rosinen herauspicken darf? Hat bei der jährlichen Vereinssitzung des Rammlervereins "Meister Lampe" wieder einmal Metzger Koslowski seine Spezis in den Vorstand drücken können, während oppositionelle Strömungen wie schon letztes Jahr abserviert wurden? Man könnte die Serie mit Parteien, Bürgerinitiativem, Kirchengemeinden etc. beliebig fortsetzen. Überall, wo Menschen zusammenkommen, geht es immer auch um Dominanzstreben und Machtausübung. Wann immer sich ein Mensch in einer solchen Situation unterlegen fühlt und gestresst oder frustriert ist, wird das gute HDL sinken. Und es gibt nur ein sicheres Mittel gegen niedriges HDL – siehe das beste Medikament - die Bewegung. 

Metabolisches-Syndrom
Entspannungsverfahren senken das Cholesterin nachweislich

Wenn nun Stress nachgewiesenermaßen die Cholesterinwerte ungünstig beeinflusst, wie ist es dann mit dem Gegenteil? Helfen entstressende Maßnahmen tatsächlich, das Cholesterin zu senken? Auch hierzu gab es Versuche. Man hat Menschen mit erhöhtem Cholesterin zufallsmäßig in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe sollte so leben wie bisher (Kontrollgruppe). Die andere Gruppe musste (falsch: sie durfte!) täglich Yoga praktizieren. Ergebnis: Nach vier Wochen sank in der Yoga-Gruppe das Cholesterin um etwa 10 % ab – ohne Medikamente! In der Kontrollgruppe blieben die Werte selbstverständlich unverändert. Was für Yoga gilt, trifft natürlich auch für andere Entspannungsverfahren zu. Egal, ob man Yoga praktizieren, Autogenes Training betreiben oder meditieren – alles, was entspannt, wird auch das Cholesterin sinken lassen.

Zwischendurch ein Witz (zur Entspannung): Unterhalten sich zwei Mütter. Sagt die Eine: „Mein Sohn hat jetzt angefangen zu meditieren.“ Erwidert die Andere: „Na ja, immer noch besser als wenn er gar nichts täte.“ 

Wir schmunzeln darüber, weil wir meinen, Meditation sei ja gar keine richtige Tätigkeit. Nichts ist falscher als das. Richtige Entspannung ist etwas höchst Aktives. Richtig praktiziert steht es in seiner Wirksamkeit bezüglich des Cholesterins kaum dem Sport nach. Unsere leistungsorientierte Gesellschaft kann den Stellenwert von Entspannungsverfahren im Vergleich zu „aktiven“ Bewegungstherapien aber immer noch nicht richtig würdigen – zum Schaden von uns allen, denn wir haben die Zeche für unsere Vorurteile zu bezahlen.

Der deutsche Philosoph Friedrich Christoph Oettinger sagte im 18. Jahrhundert:

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.“


Wer sich daran hält, hat zur Senkung der (möglicherweise
Stress bedingten) Cholesterinerhöhung bereits einen enormen Beitrag geleistet!

Metabolisches-Syndrom - Heilpflanzen helfen natürlich
Artischocke senkt das Cholesterin und wirkt verdauungsfördernd

An erster Stelle möchte ich dabei die Artischocke nennen, für die in mehreren wissenschaftlichen Untersuchungen Senkungen zwischen 10 und 15 % beschrieben sind. Leider reicht es hier nicht aus, sich reichlich mit Artischockenböden zu ernähren. Abgesehen davon, dass es vielleicht geschmacklich auf Dauer doch etwas eintönig wäre, zu jeder Hauptmahlzeit mindestens einen Artischockenboden zu verzehren, werden die Cholesterin senkenden Inhaltsstoffe aus den Blättern gewonnen. Die in den Artischockenblättern enthaltenen Wirkstoffe wirken  

Ø      antioxidativ (schützen also Fette vor dem „Ranzigwerden“)
Ø     
hepatoprotektiv (schützen die Leber)
Ø      verbessern die Fettverdauung
Ø      vermindern die Cholesterineigensynthese
Ø      hauptsächlich durch die vermehrte Synthese und Ausschüttung von Gallenflüssigkeit

Uns interessieren im Zusammenhang mit erhöhten Cholesterinwerten natürlich besonders die letzten beiden Punkte. Tatsächlich hemmt die Artischocke die Cholesterineigensynthese qualitativ genauso wie die Statine, wenn auch quantitativ nicht im gleichen Maße. Die vermehrte Gallenproduktion und Ausschüttung ist für uns mindestens ebenso wichtig. Die Gallenflüssigkeit besteht zum großen Teil aus Cholesterin und aus Gallensäuren. Gallensäuren wiederum sind aber auch Cholesterin gebildet worden. Wenn wir über die Galle also mehr Cholesterin (und Gallensäuren) „loswerden“, dann haben wir schon eine Menge erreicht. Das Problem ist aber, dass das Cholesterin (und die Gallensäuren) im Endteil des Dünndarms zu mehr als 90 % wieder resorbiert werden. Mit der vermehrten Produktion und Ausschüttung allein haben wir also noch nicht so viel erreicht, wir müssen auch noch die Wiederaufnahme verhindern.  

Und hier gibt es nur drei Lösungen: Ezetimib, Ionenaustauscher und Ballaststoffe. Diese sind nämlich in der Lage, Cholesterin (und Gallensäuren) zu binden. An Ballaststoffe gebundene Stoffe kann der Darm aber nicht aufnehmen. Cholesterin (und Gallensäuren) verschwinden so via Villeroy & Boch aus unserem Körper. Die Einnahme eines Artischockenpräparates sollte also zweckmäßigerweise mit einer sehr ballaststoffreichen Kost (das ist ja sowieso zu empfehlen) oder sogar mit einem zusätzlichen Ballaststoffpräparat verbunden werden. In einer eigenen kontrollierten wissenschaftlichen Studie konnte nachgewiesen werden, dass man mit einem Artischockenpräparat allein eine Cholesterinsenkung von 10-15 % erzielen konnte. Die Patienten, die zusätzlich ein Ballaststoffpräparat einnahmen, kamen aber auf 15-20 %. Damit kommt man schon in Bereiche, wie sie sonst nur bei Statinen beobachtet werden können.

Einige Artischockenpräparate 

Ardeycholan Artischocke®
Hepar-POS
®
Hepar SL forte
® 

Nebenwirkungen: Sehr selten, bei Allergie gegenüber Korbblütlern (z.B. Sonnenhut, Kamille, Arnika, Ringelblume) sollte man auch die Artischocke meiden.

Einnahme: Ein (bis zwei) Kapseln jeweils eine halbe Stunde vor jeder Hauptmahlzeit

Metabolisches-Syndrom
Gelbwurz – Cholesterinsenkung aus der asiatischen Küche
 

Als Ersatzpräparat – wenn die Artischocke nicht vertragen wird – kommt die Javanische Gelbwurz (Curcuma) in Frage. Auch Curcuma regt die Gallenproduktion und – ausschüttung an. Natürlich kann man auch reichlich mit Curcuma (z.B. in Curry enthalten) würzen – das würde man als zusätzlichen Baustein innerhalb der Ernährung sowieso empfehlen. Nicht jeder mag aber Curry zum Marmeladenbrötchen, so dass die Kapseleinnahme doch etwas zuverlässiger erscheint. Auch hier sollte man jeweils eine Kapsel etwa eine halbe Stunde vor jeder Hauptmahlzeit einnehmen.

Einige Curcuma-Präparate

Infitract®
Curcutruw
®  

Metabolisches-Syndrom
Kleie, Leinsamen, Flohsamen – Cholesterinsenkung durch
Ballaststoffe 

Wenn man mit Artischocke oder Curcuma allein noch nicht die gewünschte Cholesterinsenkung erreicht haben, dann sollte diese Therapie durch zusätzliche Ballaststoffgaben ergänzt werden. Prinzipiell wirken alle Ballaststoffe, weil Sie Cholesterin und Gallensäuren binden und an der Wiederaufnahme hindern. Besonders empfehlenswert ist hier der Leinsamen (dieser enthält außerdem viele Omega-3-Fettsäuren, die noch die Triglyceride senken), die Haferkleie und den Flohsamen. Für letztere beide Stoffe existiert mittlerweile eine ganze Reihe von Untersuchungen, die eine Senkung von mehr als 10 % belegen. 

Auch hier gilt aber wieder: Die Dosis macht´s! Also bei Ballaststoffen nicht kleckern, sondern klotzen. Es sollten schon mindestens drei Esslöffel Leinsamen, Haferkleie oder Flohsamen pro Tag sein, am besten jeweils ein Esslöffel nach einer Hauptmahlzeit.

Achtung: Bei der Einnahme hoch konzentrierter Ballaststoffe immer an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr denken. Pro Portion Ballaststoff mindestens ein Glas (0,2 l) Wasser oder Fruchtsaft zuführen – es droht sonst im Ernstfall sogar ein Darmverschluss.

Wer es gern bequemer mag, kann auch ein Fertigpräparat einnehmen. Bewährt haben sich hier das Mucofalk® oder Flosa®. Auch hier gilt: Eine Portion nach jeder Hauptmahlzeit mit viel Flüssigkeit.  

Literatur:
Schmiedel, V.:
Cholesterin – 99 verblüffende Tatsachen, TRIAS-Verlag, 2006
Schmiedel, V.: Typ-2-Diabetes: Heilung ist möglich, Haug-Verlag, 2004

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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